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Diese Tips und Meinungen sind rein
subjektiv und
keinesfalls vollständig. Und Foren gibt es schon genug. Dennoch freue
ich mich
über jede Elektropost.
Gitarren
Blazer & Henkes
aus Tübingen bauen die einzigen Alternativen zu völlig unbezahlbaren
alten
Martin-Gitarren.
Ich spiele zwei OM Modelle, allerdings mit schmalerem Hals, wie es ihn
erst ab
ca. 1939 bei D und OOO gab. Auch bevorzuge ich eine relativ schlanke
V-Form. Es
lohnt sich, mit Rudi (ein wunderbares holländisches Geschwäbel) und
Willi die Wahl des eigenen Instrumentes zu
erörtern,
die beiden verstehen ihr Fach. In München werden zu fairen Preisen Stevens-Gitarren gebaut.
Verlässliche, hochklassige Arbeitsinstrumente. Auch
hier sind etliche Custom Optionen
möglich, ausserdem machen Werner und Stefan hervorragende Reparaturen.
In
derselben Liga spielen die Breedloves
(Master Class Serie), bei denen
ein sehr
moderner Ansatz verfolgt wird. Insbesondere die abgefahrene,
einstellbare
Bridge-Tension ist einzigartig. Santa Cruz Gitarren aus
Californien, ähnlich wie Collings
aus Texas, stehen
zwischen Martin einerseits und Blazer & Henkes andererseits,
verfolgen also die traditionelle Linie.
Neue Martins oder Gibsons sind zwiespältig.
Allerdings
weiss ich aus meiner Zeit im Laden: Wer eine haben will, muss eine
haben, sonst
gibt es ein Unglück. Und wenn es ein beschissener Martin DXM
Plastik-Laminat-Eimer mit
Holzmuster ist. Ich selbst habe eine HD 28 Vintage, die ganz ok ist. Für
einen Freund habe ich einmal eine neue Gibson J 185 besorgt und war
hoch erfreut über das Instrument. Einen
ganz anderen
Weg gehen die irischen Lowden
Gitarren.
Ich habe eine 12string Mahagoni-Jumbo mit
Zederndecke. Da ich mit Fingernägeln spiele, gefällt mir die schnelle
Ansprache
der Zederndecke. Mahagoni, weil eine 12string sowieso schon so viele
Höhen
hat.
Aus Mittelengland kommen die Fylde
Gitarren, selten, aber ein Ohr wert (Kennt noch jemand John James?).
Ferner gibt und gabe es eine Reihe von Geheimtips oder nicht mehr
produzierenden Manufakturen, wie Bozo, Gurian, Franklin, Kuckich, Bown,
die gebraucht sehr interssant sein können. Aus dem Rieseneintopf
charakterloser
Konfektionsinstrumente ragen Stanford
und Furch Instrumente angenehm
heraus.
Viele Marken erwähne ich nicht, z.B.
Guild, Taylor, Maton, Ovation, Takamine oder Lakewood. Da möchte ich
mich
zurückhalten. Die Full Metal Fraktion spielt gern National - ganz schön laut!
Da frage man meinen Kollegen Rainer
Wöffler.
Hölzer
Wer einen HiFi
Sound möchte, darf gern zu Palisander greifen. Rio kann alles besser
als Ostinder, ist aber dramatisch teurer. Ahorn klingt hart, während
Mahagoni einen mittigen Klang fördert. Unfassbar schön finde ich Koa
(klingt wie irgendwas zwischen Mahagoni und Ahorn). Fichtendecken
(besonders die alpinen) strahlen mehr als Zedern, während selbige eine
schnellere Ansprache haben. Es kommt
natürlich auf sehr viele Parameter an (Holzdicke, Verbalkung,
Deckenspannung, Halswinkel etc.). Also: Ohren auf! Im übrigen gibt es
jede Menge modischer Hölzer ("Tasmanisches Teufelholz, Mocassar
Mumpitz....."), die es vielleicht immer dann gibt, wenn irgendwer eine
billige Quelle aufgetan hat.
Saiten
Ich kenne Piezo PU Spieler, die 010er einen
Ganzton
tiefer spielen. Gar nicht mein Ding. Allerdings gibt es auch Kollegen,
die 013
– 058 spielen. Für mich sind 012er der ideale Kompromiss zwischen
gerade noch
straffem Ton und angenehmer Bespielbarkeit, besonders bei Bendings.
Probieren,
probieren, probieren.
Form
Es gibt Gitarristen, die spielen auf einer fetten
Dreadnought filigranen Fingerstyle (Guild D 55/ John Renbourn). Geht ja
eigentlich gar nicht. Oder eben doch. Das ist nämlich genau so, als ob
ein schlaumeiernder Besserwisser doziert, eine Gibson Les Paul geht für
Solo besser als eine Fender Stratocaster. Oft entstehen interessante
Klänge, wenn man Instrumente benutzt, die eigentlich für etwas anderes
gebaut waren. Die OM z.B., heute geschätzt wegen ihrer Balance und
Handlichkeit, heisst OM (Orchestermodell), weil sie 1929 die größte
Seriengitarre war. Jumbogitarren mag ich gar nicht, aber ich liebe
meine 12 saitige. Eine eierlegende Wollmilchsau sollte man nicht
erwarten, die können meistens nichts richtig. Und lieber einen etwas
schiefen Charakter, als geleckte Langeweile. Und im übrigen ändert sich
der Geschmack sowieso alle zwei Jahre, jedenfalls die ersten zehn Jahre
lang. Na denn Prost Mahlzeit.
Pickups
Eigentlich finde ich alle
Pickups Mist. Wenn ich aber (als
„Gitarrenflüsterer“) vor mehr als zwanzig Leuten spiele, dann ist
Schluss mit
lustig. Ich verwende live einen LR.Baggs
M1
Magnet PUs (in Verbindung mit einer Audiotechnica 4041 Kleinmembran
Zigarre), da ich von Piezos Pickel
kriege.
Wenn PU, dann soll er auch ehrlich nach PU klingen und nicht nach
Eierschneider. Falls jemand einen alten D’Armond auftreibt – her damit!
Bei Aufnahmen allerdings benutze ich nur Microphone, das Kleinmembran
gezielt auf das obere Korpusende, für die Bässe ein Großmembran. Alles
möglichst ohne EQ. Live mehr Reverb als im Studio, dafür bei Aufnahmen
etwas mehr Kompresse.
Nägel vs.
Fingerpicks
Früher habe ich mal mit Aufsätzen gespielt (Daumen
Plastik, Finger Metall 015 von Dunlop).
Für eine straighten amerikanischen Ton ist das wohl ok. Da ich aber
eher dem
british orientierten Fingerstyle verfallen bin, spiele ich mit Nägeln.
Allerdings machen die normalen, „serienmäßigen“ Nägel
schnell schlapp, so dass ich mir künstliche aufklebe.
Alles geht. Ich kenne einen verrückten
Franzosen, der spielt mit aufgepappten Tischtennisballteilen.
Tunings
Keine Ahnung, wie viele Stimmungen es gibt. Ich beschränke mich hier
mal auf die, die ich verwende. Über die Standard Tuning müssen wir
nicht weiter reden. Bei der Martin und der Lowden stimme ich die
Gitarre insgesamt einen Ganzton tiefer. Open G wird dann zu open F,
bleibt aber gedacht G. Hat mich früher oft verwirrt, bis ich geschnallt
hatte, dass manch einer der 12string Heroen z.B. "open E" spielt, ist
aber open G - 3. Es gibt auch open E als open D + 2. Alles klar? Also
hier die Aufstellung:
Standard
DADGBE (dropped D) macht D so richtig satt.
DADGBD (doubledropped D) klingt schon fast wie open.
DADGAD (modal D) wirkt luftig, keltisch.
DADDAD :Stephen Stills benutzt DDDDAD - das ist selbst mir zu heftig.
DGDGBE (doubledropped G), wie entsprechend D.
DGDGBD (open G) ist die meistverwendete open Tuning, sehr slidefreudig.
CGDGBD bringt zu open G noch ein Extrapfund auf die V. Stufe.
CGDGBE (unten Quinten) bringt einen weiten Tonumfang, besonders wenn
bei der Lowden das tiefe C zum Bb wird.
EAEGBE ist quasi dropped E für e-moll.
Einem auch so tuningverrückten Freund gab ich einst eine Gitarre in die
Hand. Er probierte und fragte mich, was denn das für eine abgefahrene
Stimmung sei. Es war EADGBE.......
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